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Dr. Ing. E. Schmid

Beurteilung des F.O.T - Verfahrens zur Wasseraufbereitung von Herrn Friedrich Teufert

Das beschriebene Verfahren zur Wasseraufbereitung beruht auf einer Eliminierung von Ammonium durch Ozonisation zu elementaren Stickstoff und einer weiteren Schadstoffabtrennung durch Kalkfällung und mechanischer Abtrennung.

Wichtige Eigenschaften des Verfahrens sind:

· Einfach zu realisierender modularer Aufbau, der es ermöglicht die Anlage zu einem späteren Zeitpunkt problemlos zu erweitern

· Geringe Investitionskosten

· Bei weitem geringerer Platzbedarf verglichen mit den zur Zeit verwendeten Verfahren (Biologische Verfahren), was entscheidende Vorteile im Investitionsbedarf und in einer möglichen späteren Erweiterung der Anlage mit sich sich bringt.

· Hohe Flexibilität bei der Verfahrensführung

· Das Verfahren kommt ohne biologische Verfahrensstufe aus

· Das Verfahren leistet mehr als die zur Zeit verwendeten Wasseraufbereitungstechniken und liefert eine eindeutig bessere Wasserqualität. (keimfreies Wasser, hoher Sauerstoffgehalt) Desweiteren wird es auch zukünftige Umweltauflagen problemlos erfüllen können.

Einsatzgebiete des Verfahrens sind:

· Trinkwasseraufbereitung

· Kommunale Abwasseraufbereitung

· Industrielle Abwasserentsorgung

Das Verfahren kann wie folgt eingesetzt werden und zwar als :

· komplettes neues Wasseraufbereitungsystem

· Nachbehandlung von bereits geklärten Abwässern, um deren Qualität zu verbessern

· Zusatzstufe um eine überlastete Wasseraufbereitung zu erweitern

Was zeichnet das Verfahren aus ?

Das Verfahren zeichnet sich durch eine sehr elegante Verfahrensführung der Ozonisationsstufe aus, die es ermöglicht durch Oxidation und der dabei entstehenden Zwischenprodukte eine Eliminierung von Ammonium zu elementaren Stickstoff zu gewährleisten. Dies wurde bisher industriell nicht versucht. Herr Teufert hat dabei bekannte Prinzipien aus Ozonisation und Wasseraufbereitung mit Reaktionsmechanismen kombiniert, die von der Stickstoff-Großchemie her bekannt sind und den Nachweis für dessen Funktionsfähigkeit erbracht. Herr Teufert hat basierend auf seinen langjährigen Erfahrungen als Entsorgungsspezialist das Verfahren mit einfachen und wirkungsvollen mechanischen Komponenten ergänzt und komplettiert. Zu erwähnen ist hier noch, daß Herr Teufert eine Kalkfällung in das Verfahren integriert hat, welchen obwohl deren Leistungsfähigkeit bekannt ist, bisher eher selten in der Wasseraufbereitung eingesetzt wird.

Beurteilung des Verfahrens und Analyse des derzeitigen Stand des Projekts:

Basierend auf meinen Erfahrungen, die Ich mit Ozon während meiner Promotion, mehrjährigen Tätigkeit als Entwicklungsingenieur bei Air Liquide und derzeitigen Tätigkeit mit der Firma Schmid Umwelttechnik gesammelt habe, bin Ich von dem hohen Entwicklungspotential des Verfahrens überzeugt. Das Verfahrensprinzip ist funktionsfähig muß aber noch optimiert werden. Desweiteren muß das Verfahren über mehrere Monate hinweg unter industriellen Bedingungen getestet werden, um Erfahrungswerte für dessen optimalen Benutzung zu erhalten.

Logische Folgeschritte zur Entwicklung des Verfahrens zur Marktreife wären:

· Theoretische Arbeiten

Eine wissenschaftliche Abhandlung in Form einer Veröffentlichung sollte erstellt und publiziert werden. Diese dient als wissenschaftlicher Nachweis der Möglichkeiten des Verfahrens und soll desweitern das Verfahren offiziell der Fachöffentlichkeit vorstellen.

Hinweis: Obwohl es sich bei Ozon um ein sehr einfaches Molekül handelt, sind seine Reaktionsmechanismen sehr komplex und in vielen Bereichen nicht vollständig bekannt. Als Beispiel möchte Ich hierfür den Einsatz von Ozon zur Bleichung von Papier anführen. Es ist bekannt, daß dieses Verfahren funktioniert und es wird auch schon sehr erfolgreich seit einigen Jahren zur Herstellung von chlorfrei gebleichten Papier eingesetzt. Die genauen Reaktionsmechanismen sind trotz hohen Forschungsaufwandes noch nicht vollständig geklärt. Eine Zeitlang haben sich sogar einige namhafte Wissenschaftler geirrt und behauptet, daß man Ozon für diesen Anwendungszweck überhaupt nicht einsetzten kann.

· Bau einer voll funktionsfähigen Miniaturanlage im Labormaßstab

Diese Anlage soll dazu dienen Versuche mit unterschiedlichen Abwässern zu fahren und kostengünstig die Einsatzparameter des Verfahrens zu ermitteln. Diese Minianlage muß neben dem Laboreinsatz auch einfach zu transportieren sein, um Vorort beim Klienten Versuche durchführen zu können.

· Bau einer Anlage im Pilotmaßstab

Diese Anlage muß an Vorort als Demonstrationsanlage fest installiert kontinuierlich betrieben werden. Sie dient zu Demonstrationszwecken für potentielle Klienten und um Erfahrungen im Langzeitbetrieb zu erhalten.

Neben den Obengenannten technischen Notwendigkeiten muß desweiteren ein Markteinführungskonzept erarbeitet werden und über die Vermarktung des Prozesses in Form eines Betreibermodells nachgedacht werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ing. E. Schmid

09.07.2001

 

 

 

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